2022 - Historisch informierte Bach-Analyse

19.–20. Mai 2022
Derek Remeš (Hochschule Luzern – Musik)
Historisch informierte Bach-Analyse
Gastseminar, Palais Meran, Kleiner Saal, Donnerstag, 19. Mai 2022, 10–13 Uhr: Bachs Solo-Werke Dekomponieren/Rekomponieren
Gastvortrag, Palais Meran, Kleiner Saal, Freitag, 20. Mai 2022, 10–11.30 Uhr: Bachs „Fundamental-Regeln der Composition“ in der heutigen Analyse und Pädagogik

in Zusammenarbeit mit dem Institut 15: Alte Musik und Aufführungspraxis


Gastseminar: Bachs Solo-Werke Dekomponieren/Rekomponieren
Palais Meran, Kleiner Saal, Donnerstag, 19. Mai 2022, 10–13 Uhr

Dieses Seminar wirft einen Blick in die „Werkstatt“ der Kompositionen von J. S. Bach. Ziel ist es, die Satztechnik im 18. Jahrhundert durch die historisch informierte Analyse von Bachs Solo-Werken besser zu verstehen. Die „Dekomposition“ erfolgt durch eine Reduktionsanalyse zum Generalbass-Fundament, wobei typische Satzmodelle, Kadenzen, Sequenzen und Oktavregel-Abschnitte klarer erkannt werden können. Dieses Fundament bildet dann die Basis für die „Rekomposition“ eigener, neuer Werke.

Optionale Vorbereitungsaufträge:


Gastvortrag: Bachs „Fundamental-Regeln der Composition“ in der heutigen Analyse und Pädagogik
Palais Meran, Kleiner Saal, Freitag, 20. Mai 2022, 10–11.30 Uhr

Laut J.S. Bach fließen die „Fundamental-Regeln der Composition“ aus dem Generalbass und dem Klavier. Dieser Vortrag untersucht die Bedeutung dieser Aussage für die historisch informierte Analyse und Pädagogik. Angesichts neuentdeckter Verbindungen zwischen Bach und Johann David Heinichen wird Heinichens Generalbass-Traktat eine zentrale Rolle in der Analyse zugeteilt. Bezüglich Pädagogik wird gezeigt, wie der Generalbass die satztechnische Basis für Choralharmonisierung und sogar Fuge bilden kann.


Publikationen
Remeš, Derek. 2019. “New Sources and Old Methods: Reconstructing and Applying the Music-Theoretical Paratext of Johann Sebastian Bach’s Compositional Pedagogy.” Zeitschrift der Gesellschaft für Musiktheorie 16/2, 51–94. https://doi.org/10.31751/1015
Remeš, Derek. 2019. “Thoroughbass Pedagogy Near Johann Sebastian Bach: Editions and Translations of Four Manuscript Sources.” Zeitschrift der Gesellschaft für Musiktheorie 16/2, 95–108. https://doi.org/10.31751/997
Remeš, Derek. 2020. “Thoroughbass, Chorale, and Fugue: Teaching the Craft of Composition in J. S. Bach’s Circle.” Ph.D. Dissertation, Hochschule für Musik Freiburg.
https://derekremes.com/wp-content/uploads/Remes-Dissertation-Vol1-Text.pdf
https://derekremes.com/wp-content/uploads/Remes-Dissertation-Vol2-Examples-Appendices-Bibliography.pdf

„Eine Rekonstruktion von Johann Sebastian Bachs ‚Fundamental-Regeln der Composition‘“. Musik & Ästhetik 25 (100): 36–53. https://www.musikundaesthetik.de/article/99.120205/mu-25-4-36.

 

Derek Remeš, geboren 1986 in den USA, ist seit 2019 Dozent für Musiktheorie an der Hochschule Luzern – Musik. Er hat Komposition (BM) und Filmmusik (BM) am Berklee College of Music in Boston (USA, summa cum laude), sowie Musiktheorie-Pädagogik (MA) und Orgel/Kirchenmusik (MM) an der Eastman School of Music in Rochester (USA) studiert, wo ihm für sein Orgelspiel das Performer’s Certificate für „outstanding performing ability“ verliehen wurde. Von 2017 bis 2019 war er Lehrbeauftragter an der Hochschule für Musik Freiburg. Dort schloss er 2020 eine Promotion über J.S. Bachs Kompositionslehre mit Auszeichnung ab. 2019 bzw. 2021 erschienen seine Bücher Realizing Thoroughbass Chorales in the Circle of J. S. Bach und The Art of Preluding: Deconstructing and Reconstructing the Preludes in J. S. Bach’s Well-Tempered Clavier I & II. Seine Artikel sind u. a. in den Zeitschriften Music Theory Online, Eighteenth-Century Music, Early Music, Zeitschrift der Gesellschaft für Musiktheorie und Musik & Ästhetik zu finden. Er ist Mitherausgeber vonMusic Theory and Analysis und den GMTH-Proceedings. Als Referent hat Remeš in den letzten Jahren zahlreiche Vorträge und Meisterkurse gehalten. https://derekremes.com.